"Du musst Dein eigener Herr sein. Koste es, was es wolle! Sie wollen, dass Du gehorchst. Sie wollen, dass Du ein Schaf bist, so wie sie selbst. Gehorsam ohne Fragen zu stellen, ein Teil der Maschinerie.... Man setzt sich hin, wenn es einem gesagt wird, steht auf wenn es einem gesagt wird. Sie wollen, dass man sein Menschsein aufgibt, seine Autonomie, für einen Gehaltsscheck, für einen goldenen Stern, einen größeren Fernseher... Der einzige Weg Mensch zu bleiben, der einzige Weg frei zu sein, ist zu rebellieren. Sie werden versuchen Dich zu brechen. Jede nur mögliche Taktik nutzen, um Dich fügsam zu machen, gehorsam, unterwürfig... Aber Du darfst das nicht zulassen, Du musst Dein eigener Herr sein, koste es, was es wolle. Es ist besser als Mensch zu sterben, denn als sinnloses Rädchen in deren Maschinerie zu leben!"


Ich dachte lange Zeit, dass die Psychiatrie der Ort sei, an dem ich genesen könnte, und an dem ich sein möchte. Doch mir wurde bewusst, dass man auch dort nur gebrochen werden möchte. Dass man einer sinnvollen Tagesstruktur folgt, immer ruhig bleibt, und aufhört an seinen Problemen zu arbeiten. Ja, richtig! Man soll sich stattdessen ablenken. Man soll verdrängen. Das ist das, was einem in der Psychiatrie beigebracht wird. Und mit Medikamenten soll man auch nur verdrängen. Mir wurde sogar gesagt, es sei krankhaft, dass ich meine Probleme kommuniziere und analysiere. Doch nicht mit mir! Ich glaube daran, dass der Mensch zurecht so ausgestattet ist, wie er ausgestattet ist.


Die Caritas ist nicht wirklich für Obdachlose und psychisch Kranke da. Wer bei ihnen eine Wohnung haben möchte, verpflichtet sich einer geregelten Arbeit nachzugehen, z.B. in deren behinderten Werkstatt. Dadurch wird der Mensch klein und demütig gehalten. Ich hatte großes Glück, dass ich zu deren "Konkurrenz", dem SPV gegangen bin. Denn dort gibt es diese Regel nicht. Aber das muss man eigentlich erstmal wissen!