Über meine Philosophie

Heute kann auf dieser Webseite noch ein Hasstext über bestimmte Personen stehen, und morgen ist es stattdessen eine Liebeserklärung an diese Person. Dies liegt an meiner emotionalen Instabilität. Deswegen fällt es mir schwer, einen geraden Weg im Leben einzuschlagen und ein Ziel zu verfolgen. Für mich selbst erscheint logisch, was ich mache, weil ich gefühlt eigentlich immer nur Eins und Eins zusammenzähle, wenn ich einen Hass- oder Liebestext verfasse, doch für mein Umfeld bin ich nicht nachvollziehbar. Im Gegenzug wird mir immer Verständnis abgerungen, das ich in Wahrheit aber auch schon lange nicht mehr habe, weil ich schon zu oft den Satz "Das musst Du doch verstehen" gehört habe.

 

Aber selbst für mich gibt es einige Konstanten, die sich in meinen 30 Jahren Lebenserfahrung herauskristallisiert haben, und damit die Grundlage meiner Lebensphilosophie bilden:

 

- Kunst- und Kultur haben einen hohen Stellenwert. Denn es ist alles, was bleibt, wenn sonst nichts mehr bleibt.

- Ich verstehe mich als Künstler. Selbst wenn mir meine Rente einfach schon aus dem Grund zusteht, dass ich an paranoider Schizophrenie leide, sehe ich es im Grunde als meine Bezahlung für meinen Dienst an der Gesellschaft an. Ich produziere Kunst und biete sie an. Selbst wenn das keinen interessiert, trage ich hiermit zu unserem Kultur- und Kunstgeschehen bei. Dass ich nichts verkaufe ist kein Ausdruck mangelnder Qualität, sondern vielmehr ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, die z.B. Lyrik und Handgemachtes nicht mehr zu schätzen weiß.

- Ich liebe weiterhin jede Frau, mit der ich einmal zusammen war. Ich habe noch nie wirklich mit einem Menschen abgeschlossen. In dieser Hinsicht scheine ich nicht "normal zu funktionieren". Ebenso dabei, dass ich mich auf Anhieb in einen Menschen verliebe, und sofort bereit bin jedes Risiko für diese Person einzugehen.

- Ich betrachte das Ergebnis der öffentlichen Zurschaustellung meiner Leiden als Kunstwerk an, vergleichbar mit der Körperwelten-ausstellung, nur dass ich statt echten Organen meine emotionalen Organe präsentiere.

- Der Mensch ist ein soziales Wesen, das von seinem Umfeld beeinflusst wird. Im Endeffekt bin ich nur ein Spiegel der Gesellschaft. Wenn ich zu emotionaler Abhängigkeit neige, dann nur deshalb, weil ich eben sozial bin. Wie wäre das eine ohne das andere zu denken?

- Kein Mensch ist zu ersetzen. Jeder hat seine Daseinsberechtigung.

- Ich meditiere seit 10 Jahren, doch ich folge nicht dem Weg der Buddhisten, sondern dem der Taoisten. Mein Ziel ist es nicht, mein Ego aufzulösen, sondern ich selbst zu sein. Und wenn das bedeutet, Leid in Kauf nehmen zu müssen, dann ist das so.